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donderdag 18 juni 2015

NAK-NL Schandaal

Geachte bezoekers,
De voormalige medewerker van een project gefinancierd door de NAK-NL Ronald Rohn wordt behoorlijk door het slijm gehaald.
Het hele gebeuren heeft nu ook de pers in Duitsland gehaald.
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Zum Zuschauen verdammt
Ein Kommentar zum „Fall Rohn“ und den Strukturschwächen der NAK
NAK Niederlanden: Eigentlich müsste die Kirche aus einer solchen Krise lernen. - Wird sie
das tun? Werden die Kirchenmitglieder mehr Verantwortung übernehmen? Mit solchen
Fragen sollte sich die Kirchenleitung und -basis beschäftigen.
Der „Fall Rohn“ hat sich in der letzten Woche zu einer Niederland-Krise der Neuapostolischen Kirche ausgeweitet,
das dürfte seit der überregionalen Presseveröffentlichung deutlich geworden sein. Für die Kirchenmitglieder
wurde klar, dass der – für sie wahrscheinlich schon länger in Vergessenheit geratene – Konflikt
weiter präsent ist und das die alten Reflexmechanismen „der will nur der Kirche etwas Böses“ nicht mehr so
einfach greifen. Dabei zeichnet sich kein Ende ab. Sowohl die Auseinandersetzung mit Rohn dürfte weitergehen
als auch weitere Presseveröffentlichungen folgen.
Die hilflose Schockstarre, in die man in Zürich verfallen ist, offenbart eine massive Strukturschwäche der gesamten
Kirchenorganisation: die nahezu autonom agierenden und zudem streng hierarchisch organisierten
Gebietskirchen zusammen mit eine praktizierten Nibelungentreue. Der „Fall Rohn“ schreit eigentlich nach
einer innerkirchlichen Untersuchungskommission, aber keiner fühlt sich dafür zuständig. Zürich verweist auf
Dortmund, Dortmund sagt: „Damit haben wir nichts zu tun, das ist rein eine Angelegenheit von Amersfoort.
Dort allerdings bilden genau jene das „Kontrollgremium“ Landesvorstand, die die Akteure des Konflikts sind.
Schon Bezirksapostel Armin Brinkmann klagte, dass er wie die Jungfrau zum Kind zu diesem Problem kam,
wieviel mehr gilt das noch für seinen Nachfolger, Bezirksapostel Rainer Storck. Letzterer nutz jedoch seine
faktische Distanz zu dem Problem nicht zu seinem Vorteil, indem er das Problem neutral analysiert sondern
steckt – zu aller Überraschung – selbst massiv emotional darin. Grund dafür dürfte die Sorge um den Verlust
von Kirchenmitgliedern in den eh schon massiv schwächelnden Niederlanden sein. Da die Kirche keine Erfahrung
mit transparenter Aufarbeitung hat, ist nun Angst der Ratgeber. Und alle schauen zu.
Die Situation ist nicht nur aus menschlicher und christlicher Sicht unglaublich tragisch, wenn die Kirche versucht
Fehlverhalten von Führungspersönlichkeiten auf Kosten des zunächst einmal schwächer erscheinenden
mit „Liebe“ zuzudecken, sondern auch deshalb, weil der ursprüngliche Gedanke sicherlich war, Schaden
von der Kirche abzuwenden. Die Maßnahmen, die ergriffen wurden, waren dann allerdings unglaublich dilettantisch
bis hilflos. Bis heute ist das niederländisch-deutsche Krisenmanagement laut, polternd, irrational –
und vor allem teuer.
Schaut man sich den Konflikt historisch an, dann könnte es so gewesen sein: Da war einmal ein Bezirksapostel
Pos, ein charismatischer Kirchenleiter. Der hatte einen designierten Nachfolger: den Apostel Sepers. Doch
der Sepers war ein eigenständig denkender Mensch. Er gab Ende der 1990er einem Jugendmagazin ein recht
frei-geistiges Interview. Daraufhin geriet er in Misskredit unter den Bezirksaposteln und Stammapostel Fehr
und Pos sahen sich gezwungen, sich für die Niederlande eine andere Lösung zu suchen. Was wäre denn das
auch für ein Signal gewesen, wenn ein Freigeist zum Bezirksapostel „befördert“ worden wäre?! –
Sepers ging in seinen Beruf zurück und man zog statt seiner einen völlig unbekannten Bischof mit wenig
kirchlicher Leitungserfahrung aus dem Hut; einen gewissen Theodor Johann de Bruijn. Der verband den sicheren,
kirchlichen Posten allerdings mit riskanten persönlichen Finanzgeschäften. Das fiel einem Bischof
2
auf. Peter Klene hieß der, Bruder eines Finanzfachmanns. Und was macht ein Bischof, der mit seinem Bezirksapostel
nicht zufrieden ist? – Er geht nach Zürich.
In Zürich regierte damals Wilhelm Leber. Der hat sicherlich seinen niederländischen Glaubensbruder so
streng angeschaut, wie damals den Apostel Chowdhury – und der dürfte ähnlich schuldbewusst geguckt haben,
wie damals der bauernschlaue Inder. Mehr aber auch nicht. Denn was hat der Theodor gemacht? – und
das ist jetzt ein noch gar nicht publizierter Fakt: Als der Stammapostel Leber sein Kommen für den 18. März
2007 angekündigt hat, da hat er einfach seine Beteiligung in Österreich kurzfristig beendet. Neun Tage vor
dem Stammapostelbesuch hatte er sein Geld wieder auf dem Konto. Wenn ihn also der strenge Hamburger
sehr ernst gefragt hat: „Mein Bruder, hast du tatsächlich eine unbotmäßige Beteiligung in Österreich?“, dann
konnte der kleine De Bruijn ganz offen und ehrlich ihm ins Gesicht sagen: „Nein, mein lieber Stammapostel.“

Kaum war Leber allerdings wieder durch die Tür hinaus, da überwies der Theodor am 21. März seine Beteiligung
wieder zurück – gleichwohl mit dem Anliegen, sie zu verschleiern. Das hat er freilich niemand gesagt,
und das erklärt auch, warum er gegen die eindeutige Faktenlage sogar in Berufung ging. De Bruijn hatte sein
Gesicht zu verlieren: Er hat den Stammapostel und den Landesvorstand der Niederlande hintergangen ...
(vgl. gk: „Meine undurchsichtige Position“
Feriendorf-Projekt: Hintergründe zum Streit De Bruijn vs. Rohn und NAKI: Festgottesdienst mit Ordination
von Apostel Peter Klene)
Zurück zur wahrscheinlich zutreffenden Fiktion. De Bruijn stand nun mal in dem Ruf, einen Hang zu riskanten
Finanzgeschäften zu haben. Deshalb dürften Leber und Brinkmann früher oder später zu dem Schluss gekommen
sein, dass man auf die Amtsgeschäfte des Kollegen in Amersfoort ein besseres Auge haben muss.
Und weil alles – um Himmelswillen – nicht zu den Geschwistern dringen durfte, hat man halt versucht, „hintenrum“
das Problem zu lösen. Das erklärt eine Reihe merkwürdiger Aktionen zwischen Rohn und
Klene/Klene/Vis im ersten Quartal 2009. Das entscheidende: Niemals in dieser Zeit hat es geheißen, „Bruder
Rohn, wir wollen die Zusammenarbeit beenden, wir sind mit ihnen unzufrieden oder haben kein Vertrauen
zu ihnen. Lassen Sie uns einen Aufhebungsvertrag machen.“
Nein, man wartete stattdessen zu. De Bruijn stand ja zu Rohn. Und noch niemals haben Subalterne in der
NAK gegen einen Bezirksapostel gehandelt. Aber als De Bruijn dann in Urlaub fuhr und Klene eine Vollmacht
in der Hand hatte, da sah man den Zeitpunkt für gekommen, zu handeln. – Es ist bewiesen, dass De Bruijn
von dem Vorgehen Klene/Klene/Vis gegen Rohn im Juni 2009 gar nichts wusste. „Was passiert jetzt?“ antwortet
er irritiert, als er von Rohn über die Entwicklung informiert wird.
Und so nahm der Konflikt seinen immer dramatischeren Verlauf, und deshalb sind auch alle so ungeheuerlich
emotional. Und es gibt keine Strukturen in der Neuapostolischen Kirche, die das stoppen können.


Wie ein Bezirksapostel eine Familie in Privatinsolvenz treibt
+++ [14.06.2015 11:45]
Inzwischen liegt eine Übersetzung des Artikels aus dem Nordhollandse Dagblad vor:
Kirche in der Klemme
Schlachtopfer oder Täter?
Was macht eine Glaubensgemeinschaft, die immer mehr Mitglieder verliert. – Sie versucht Geld mit den leer
stehenden Gebäuden zu verdienen. Die Neuapostolische Kirche holte sich den Makler Ronald Rohn (53). Es
lief auf einen Millionenverlust hinaus. Rohn wird nun kaputt gemacht durch seine früheren Glaubensbrüder,
sagt er. Die Kirche dagegen sagt: Sie ist das Schlachtopfer eines gewieften Gauners.
Kirche und Makler im Clinch über Millionenverlust
Es liegt einige Jahre zurück, als Ronald Rohn wie der Erlöser persönlich aus dem Hut gezaubert wurde: „Bezirksapostel“
Theodoor de Bruijn aus Heiloo und Kirchenleiter Peter Klene aus Santpoort von der Neuapostolischen
Kirche kamen auf ihn zu um mit ihm über Immobiliengeschäfte zu sprechen. Rohn war von Ehrfurcht
erfüllt vor dem Klerus. „Wenn ein Apostel sagt, dass eine weiße Teetasse rot ist, dann ist sie auch rot.“ Jahre
später hat er diese Ehrfurcht noch immer. Auch wenn er die gesetzten Amtsträger inzwischen als „hinterhältiges
Gesindel“ erlebt, das ihn mit falschen Vorwürfen kaltgestellt hat.
Rohns Familie gehört schon seit Generationen der Neuapostolischen Kirche an. „Unsere Welt spielte sich
dort ab. Meine Kinder sind darin groß geworden und ich fand das auch nicht ungesellig. Meine Frau hatte
einige Aufgaben in der Kirche. Wir waren tagtäglich eingebunden und haben natürlich auch 10 Prozent unseres
Einkommens geopfert.“ Nach einer Anlaufphase von ein paar Jahren wurde Rohn Geschäftsführer der
NAK Vastgoed bv (NAK Immobilien GmbH), des Immmobilienpools der Kirche. Damit verwaltete er 80 Kirchengebäude
mit einem Versicherungswert von 45 Millionen Euro. Ein Kirchengebäude in Naarden stand für
200.000 Euro zum Verkauf, doch letztlich wurde es für 1 Million Euro verkauft. Nach diesem Erfolg will die
Kirche, dass Rohn sich komplett um solche Geschäfte kümmert. In Arnhem wird ein neues Pfelgeheim gebaut
in Kombination mit einer Kirche. Das sollte jährlich 800.000 Euro einbringen. Ein willkommener Geldregen
angesichts sinkender Opferzahlen.
Sachliche, persönliche und kirchliche Dinge verknüpften sich nach und nach immer mehr. Bei einer Autofahrt
nach Österreich spricht Rohn mit dem Bezirksapostel De Bruijn über ein Immobilienprojekt in den Alpen. Der
Geistliche wurde so enthusiastisch, dass er 150.000 Euro in das Skidorf investiert. Das ist ein Plan mit „großen
finanziellen Vorteilen“ schreibt der Bezirksapostel später an Rohn. Vorteil war auch „unsere Kinder werden

eines Tages davon profitieren können“.
2
beschrieben, und die hieraus resultierenden finanziellen Folgen für die NAK nicht verstanden haben mochte.
In diesem Fall hätte er immer noch Rückfrage halten müssen, bevor er mit Rohn für die NAK die Feststellungsübereinkunft
und die Kreditvereinbarung unterschrieb. Dies hat De Bruijn unterlassen, und die Folgen
hiervon gehen auf eigene Rechnung und Risiko der NAK.“
Auch weitere Vorwürfe der Kirche hinsichtlich des Zustandekommens der betreffenden Kreditvereinbarung
wurden damals entkräftet oder konnten durch die NAK nicht bewiesen werden. Wenn nun Vis diesen alten
Vorwurf neu auflegt, macht er sich nur lächerlich.
Das betrifft auch die Vorwürfe des Betruges und der gefälschten Buchungen. Alle Wirtschaftsprüfungsberichte,
auch der zur Firma WZM, waren in Ordnung. Zunächst hält das Gericht fest: „Weiterhin ist nicht deutlich
geworden, dass Rohn die Einsicht in die Bücher von WZM verweigert hat, um somit eine Prüfung durch
die NAK, wie es in der Feststellungsübereinkunft geregelt ist, zu verhindern. Aus der durch die NAK vorgelegte
Korrespondenz mit Rohn kann lediglich festgestellt werden, dass er die Einsichtnahme in private Geschäftsangelegenheiten
verweigert hat. Die NAK konnte ebenso nicht nachweisen, dass Rohn Einkünfte aus
seiner Maklertätigkeit zu Unrecht nicht an die NAK abgeführt hat (…)“.
Vor Gericht wurde sodann festgestellt, dass der NAK – und Vis meint ja eigentlich die Immobilienfirma der
Kirche, NVO – durch Rohns Handeln kein Schaden entstanden ist. So heißt es im Urteil von 2013, die NAK
bzw. ihre damalige Stiftung und Firma fordern „Rohn zum Schadenersatz zu verurteilen hinsichtlich der Folgen
aus der unrechtmäßigen Leitung (der Firmen, Anm. gk) (…)“. Unter „unrechtmäßiger Leitung“ verstand
die NAK: Rohn habe „zunehmend nachgelassen, die Anteilseigner (…) zu informieren“. Zum Schluss habe
„Rohn gegenüber NVO seine Verpflichtung zur ordentlichen Buchführung (…) vernachlässigt.“
Alle diese Vorwürfe sah das Gericht nicht gerechtfertigt, schon gar nicht sei daraus ein Schaden entstanden.
Auch konnten die Richter – entgegen der Behauptung der NAK-Seite – nicht erkennen, dass Rohn „dann
seine eigenen Interessen über die der beteiligten Gesellschaften gestellt“ hat „und dass es nicht deutlich geworden
ist, dass hieraus ein Schaden entstanden ist.“
Explizit hält das Gericht auch fest, dass die NAK ja zu der Zeit, als die Arbeit gemacht wurde, sich nicht über
die Zusammenarbeit mit Rohn und dessen Geschäftsgebaren beschwert hat: „Es ist nicht bewiesen, dass zu
der Zeit Beschwerden gegen die Handlungsweise vorgebracht worden sind, sodass, sollten aus diesem Handeln
der NVO Schaden zugefügt worden sein, dies nicht allein in die Verantwortung Rohns fallen kann.“
Diese Einschätzung war übrigens keine neue. Schon 2009 hatte die NAK vor Gericht behauptet, Rohn hätte
seine Arbeit nicht richtig gemacht. Aber schon damals konnte sie ihre Vorwürfe nicht beweisen, wie einem
Urteil aus 2009 zu entnehmen ist.
Immer wieder stellt das Gericht 2013 fest: „NAK und Stiftung A&O haben ihre Positionen im Hinblick auf die
geforderte Schadensvergütung nicht“ untermauern konnte, oder die „NAK hat nicht nachgewiesen, dass
Rohn in diesem Punkt unrechtmäßig gehandelt hat.“ Damit ist die Summe von 1,5 Millionen Euro, die Vis
hier nennt, eine rein böswillige Behauptung ohne jegliche Grundlage.
Man kann also insgesamt feststellen: Dieser schon seit Jahren laufende Rechtsstreit, mit zahlreichen Urteilen,
hätte auf jeden Fall herausgearbeitet, wenn tatsächlich „Geld verschwunden“, „Buchungen gefälscht“

oder gar Betrug vorgekommen wäre.
3
Das Entscheidende: 2011 hatte die NAK bekannt gegeben, dass sie Strafanzeige gegen Herrn Rohn erstattet
habe. – Daraus ist nie etwas geworden. Es war offensichtlich rein ein Mittel der Diffamierung, denn die Begründung
lautete: „Die Umstände, die zur Entlassung von Herrn Rohn führten, haben die Kirchenleitung veranlasst,
dem Unternehmen Grant Thornton Forensic Investigations in Rotterdam den Auftrag zu erteilen, das
Handeln von Herrn Rohn im Hinblick auf seine Aufgaben und die Absprachen mit der NAK zu untersuchen.
Diese Untersuchung hat Zusammenhänge ans Licht gebracht, die der Kirchenleitung nicht oder nur teilweise
bekannt waren. Aufgrund dieser Erkenntnisse hat die Kirchenleitung Strafanzeige gegen Herrn Rohn erstattet.“
Der GT-Bericht ergibt allerdings keinerlei Hinweise auf strafbares Handeln.
+++ [16.06.2015 23:40]
Das Leidsche Dagblad hat in einem Artikel am vergangenen Wochenende darüber berichtet, dass ehemalige
Mitarbeiter sich kritisch zur Rohn geäußert haben. Die Stimmen gehen auf Betreiben Piet Gunnings zurück,
einem Insolvenzverwalter der Firma PWZ B.V., die früher einmal Rohn gehört hat allerdings dann verkauft
wurde. Gunning gehört offenbar zu dem Kreis um den NAK-Anwalt Peter de Lange. Schon einmal erhob er
schwere Vorwürfe gegen Rohn, die sich dann allerdings als haltlos erwiesen. Jetzt lässt er eine „ehemalige
Mitarbeiterinnen“ zu Wort kommen mit dem Zitat, sie sei „einfach auf die Straße gesetzt“ worden und hätte
noch „acht ausstehende Monatsgehälter zu erhalten“. Das ist nach gk-Informationen falsch. Richtig ist, dass
noch zu den Zeiten, als Rohn Eigentümer der Firma war, dieser gekündigt werden solle. Dazu wurde der
Dame eine Abfindung in Höhe von sechs Monatsgehältern angeboten. Sie forderte allerdings zwölf. Es kam
zum Rechtstreit, den das Gericht zu ihren Ungunsten entschied. Sie erhielt gar keine Abfindung. Rohn wirft in
dem Artikel Gunning dessen Nähe zur NAK vor und erklärt, den Mitarbeitern sei eine „vernünftige Regelung
angeboten worden“.
+++ [14.06.2015 11:45]
Inzwischen liegt eine Übersetzung des Artikels aus dem Nordhollandse Dagblad vor:
Kirche in der Klemme
Schlachtopfer oder Täter?
Was macht eine Glaubensgemeinschaft, die immer mehr Mitglieder verliert. – Sie versucht Geld mit den leer
stehenden Gebäuden zu verdienen. Die Neuapostolische Kirche holte sich den Makler Ronald Rohn (53). Es
lief auf einen Millionenverlust hinaus. Rohn wird nun kaputt gemacht durch seine früheren Glaubensbrüder,
sagt er. Die Kirche dagegen sagt: Sie ist das Schlachtopfer eines gewieften Gauners.
Kirche und Makler im Clinch über Millionenverlust
Es liegt einige Jahre zurück, als Ronald Rohn wie der Erlöser persönlich aus dem Hut gezaubert wurde: „Bezirksapostel“
Theodoor de Bruijn aus Heiloo und Kirchenleiter Peter Klene aus Santpoort von der Neuapostolischen
Kirche kamen auf ihn zu um mit ihm über Immobiliengeschäfte zu sprechen. Rohn war von Ehrfurcht
erfüllt vor dem Klerus. „Wenn ein Apostel sagt, dass eine weiße Teetasse rot ist, dann ist sie auch rot.“ Jahre
später hat er diese Ehrfurcht noch immer. Auch wenn er die gesetzten Amtsträger inzwischen als „hinterhältiges

Gesindel“ erlebt, das ihn mit falschen Vorwürfen kaltgestellt hat.
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Rohns Familie gehört schon seit Generationen der Neuapostolischen Kirche an. „Unsere Welt spielte sich
dort ab. Meine Kinder sind darin groß geworden und ich fand das auch nicht ungesellig. Meine Frau hatte
einige Aufgaben in der Kirche. Wir waren tagtäglich eingebunden und haben natürlich auch 10 Prozent unseres
Einkommens geopfert.“ Nach einer Anlaufphase von ein paar Jahren wurde Rohn Geschäftsführer der
NAK Vastgoed bv (NAK Immobilien GmbH), des Immmobilienpools der Kirche. Damit verwaltete er 80 Kirchengebäude
mit einem Versicherungswert von 45 Millionen Euro. Ein Kirchengebäude in Naarden stand für
200.000 Euro zum Verkauf, doch letztlich wurde es für 1 Million Euro verkauft. Nach diesem Erfolg will die
Kirche, dass Rohn sich komplett um solche Geschäfte kümmert. In Arnhem wird ein neues Pfelgeheim gebaut
in Kombination mit einer Kirche. Das sollte jährlich 800.000 Euro einbringen. Ein willkommener Geldregen
angesichts sinkender Opferzahlen.
Sachliche, persönliche und kirchliche Dinge verknüpften sich nach und nach immer mehr. Bei einer Autofahrt
nach Österreich spricht Rohn mit dem Bezirksapostel De Bruijn über ein Immobilienprojekt in den Alpen. Der
Geistliche wurde so enthusiastisch, dass er 150.000 Euro in das Skidorf investiert. Das ist ein Plan mit „großen
finanziellen Vorteilen“ schreibt der Bezirksapostel später an Rohn. Vorteil war auch „unsere Kinder werden
eines Tages davon profitieren können“.
Zwei Jahre später überlegt es sich De Bruijn anders. Er will doch lieber aus dem Projekt aussteigen, jedenfalls
auf dem Papier, damit er nicht den Anschein von Interessenskonflikten erweckt. Bischof Peter Klene hatte
ihn gewarnt, dass es hier Missverständnisse geben könnte. De Bruijn bekam sein Geld zurück, meldete sich
aber schon ein paar Tage später wieder mit dem Vorschlag, dass zwei Freunde von ihm (darunter ein Priester
aus Den Helder) jeweils ein Viertel übernehmen könnten. Er selbst steckte seine 150.000 Euro unter dem
Betreff „Darlehen“ erneut in das Projekt. Er bliebt als „stiller Teilhaber“ Mitglied dessen was er als „das
Team“ bezeichnete und will selbst das Chalet-Projekt auf 91 Häuser und einen Gewinn von 2 Millionen Euro
ausweiten.
Doch dazu kam es nicht. Der deutsche Bauunternehmer geriet in Konkurs und das Skidorf-Projekt steckte
fest. De Bruijn erklärte gegenüber der Kirchenleitung, er hätte nichts damit zu tun und forderte von Rohn
sein Geld zurück. Der geriet in weitere Probleme als er zudem aus seiner Geschäftsführerposition abgesetzt
wird. Ihm zufolge war es ein Coup der Kirchenleitung.
Die Mitglieder erhielten ein Rundschreiben aus der Hand von Apostel Peter Klene. „Bruder Rohn unternimmt
alles um die Kirche kaputt zu machen“, schreibt Klene von Santpoort aus. Rohn „funktionierte nicht gut“ in
der Bauverwaltung und De Bruijn wurde in Schutz genommen. „Mein Eindruck ist, das der (Bezirks-)Apostel
aus einem gewissen Enthusiasmus heraus und seinem sicher unschuldigen Vertrauen heraus aktiv an den
Plänen mitgedacht hat.“ Weiter sei De Bruijn in das Österreich-Projekt nicht verwickelt, behauptet Klene.
Seinem Hirtenbrief fügt er hinzu: „Wir schätzen es sehr, wenn Ihr rund um diese Angelegenheit Schweigen
bewahrt.“
Was Klene schrieb, ist im Widerspruch mit einem richterlichen Urteil. Der Richter urteilte, dass De Bruijn tatsächlich
Partner in dem Projekt war und nicht etwa ein Außenstehender, der bloß Geld geliehen habe. In dieser
Sache gab das Berufungsgericht Rohn Recht. Nach diesem Brief wenden sich jedoch fast alle seine Bekannten
aus der Kirche von ihm ab. „Ich sollte eine Strafe von 25.000 Euro erhalten, wenn ich mich nochmal
in der Kirche blicken lasse.“ Auf der Straße wandten mir alte Bekannte den Rücken zu. Meine Frau verlor in
der Kirche ihre Funktionen und wurde zum Zwiebel schälen degradiert. Das verursachte eine enorme Spannung
zwischen uns. Der Bezirksälteste sagte zu meiner 82-jährigen Mutter: ‚Wegen den Problemen mit ihre
Sohn sprechen wir nicht mehr mit dir‘. (Und zu meiner Frau) sagte die Kirche, sie sei zwar gegen Scheidung,

doch in dem Fall von mir und ihr würde man eine Ausnahme machen.“
5
Ist Rohn Schlachtopfer oder Täter? Ersteres meinen er uns sein Anwalt. Das zweite behauptet die Kirche, die
ihm Betrug vorwirft. In einer Mitteilung steht: „Die Vermutung, dass Herr Rohn sich auf eine sehr raffinierte
Weise und in beträchtlicher Höhe auf Kosten der Kirche bereichert hat, ist nach langer Zeit Stück für Stück
deutlich geworden.“ Der Schaden: mindestens 1,5 Millionen Euro. Geschäftsführer Ruud Vis von der NAK
behauptet, dass Rohn über die Immobilien ein Durcheinander gebracht hat. „Er hat eine eigene Auffassung
von der Wirklichkeit. Rohn hat unter falschen Vorwänden 500.000 Euro von der Kirche geliehen und ich will
ihn nicht anschwärzen, aber es ist Geld verschwunden und er hat Buchungen gefälscht. Wir wurden betrogen.
Später hat er in Höhe von Millionen Beschlagnahmungen auf unsere Häuser und Bankkonten gelegt,
wissen Sie wie ärgerlich das ist?“
„List, Betrug, Missbrauch von Macht und Autorität“
Alles Unsinn hält Rohns Anwalt Paul Richter dagegen. Der einzige Fehler, den Rohn gemacht hat, ist, dass er
jemals mit der Neuapostolischen Kirche in See gestochen ist. „Von einer Kirche kann man erwarten, dass sie
sich das Recht sehr hoch auf die Fahne schreibt. Die Kirche hat aber mit List und Betrug ihre Macht und Autorität
missbraucht. Rohn wurde knallhart abgestraft für sein Vertrauen. Ich wäre der erste, der es zugeben
würde, wenn beide Parteien Schuld hätten, aber in diesem Fall ist es nicht so. (…)*)“
Nach Jahren des Streits quillt der Schrank über mit Ordnern voller Anmahnungen, bösen Briefen, Gerichtsurteilen
und einem dicken Untersuchungsbericht auf Betrug. Vorige Woche kam nun ein neues Stück hinzu:
Der Richter erklärte Rohns Privatinsolvenz auf Antrag der Kirche. „Ihre Anwälte haben einen Vollzeitjob um
mir das Leben schwer zu machen“, sagt Rohn. „Sie wollen mich ruinieren“ – „Nein, es ist vielmehr so“, hält
Vis dagegen, „er hat 500.000 geliehen und das muss einfach zurückbezahlt werden.“
Anwalt Richter hat noch Hoffnung. „Rohn hat in dieser Angelegenheit insgesamt um die 16 Millionen Euro
Schaden erlitten. Ob wir alles zurückbekommen vermag ich nicht zu sagen, aber sicherlich die Hälfte.“
Die Kirche von P & C
Die Neuapostolische Kirche hat in den Niederlanden 10.000 registrierte Mitglieder und weltweit um die 10
Millionen. Kirchen existieren unter anderem in Leiderdorp, Alkmaar, Den Helder, Haarlem, Heemskerk, Hoorn,
Hilversum und Zaandam. Die Apostolischen kamen im 19. Jahrhundert nach den Niederlanden. Das Warenhaus
Peek & Cloppenburg, durch Gläubige der Gemeinschaft gegründet, half bei der Verbreitung, des
apostolischen Glaubens.
*) Leider weiß ich nicht, wie ich in diesem Fall „De honden lusten van deze zaak geen brood.“ übersetzen
soll. Wörtlich: "Die Hunde begehren in dieser Sache kein Brot." (MK)
+++ [13. Juni - 2015 10:33]
Das Nordhollandse Dagblad berichtet heute auf drei Seiten groß über den Fall Rohn. Es ist eine der großen
Tageszeitungen, u.a. auch I’m Raum Amsterdam.
+++ [11. Juni – 2015 12:38] Verleumdung
Endlich interessiert sich auch die niederländische Presse für den "Fall Rohn". Heute auf der Titelseite des

"Leidsch Dagblad", eine Regionalzeitung für den Raum Leiden/NL mit der Überschrift "Fürsorgezentrum info''
5
Ist Rohn Schlachtopfer oder Täter? Ersteres meinen er uns sein Anwalt. Das zweite behauptet die Kirche, die
ihm Betrug vorwirft. In einer Mitteilung steht: „Die Vermutung, dass Herr Rohn sich auf eine sehr raffinierte
Weise und in beträchtlicher Höhe auf Kosten der Kirche bereichert hat, ist nach langer Zeit Stück für Stück
deutlich geworden.“ Der Schaden: mindestens 1,5 Millionen Euro. Geschäftsführer Ruud Vis von der NAK
behauptet, dass Rohn über die Immobilien ein Durcheinander gebracht hat. „Er hat eine eigene Auffassung
von der Wirklichkeit. Rohn hat unter falschen Vorwänden 500.000 Euro von der Kirche geliehen und ich will
ihn nicht anschwärzen, aber es ist Geld verschwunden und er hat Buchungen gefälscht. Wir wurden betrogen.
Später hat er in Höhe von Millionen Beschlagnahmungen auf unsere Häuser und Bankkonten gelegt,
wissen Sie wie ärgerlich das ist?“
„List, Betrug, Missbrauch von Macht und Autorität“
Alles Unsinn hält Rohns Anwalt Paul Richter dagegen. Der einzige Fehler, den Rohn gemacht hat, ist, dass er
jemals mit der Neuapostolischen Kirche in See gestochen ist. „Von einer Kirche kann man erwarten, dass sie
sich das Recht sehr hoch auf die Fahne schreibt. Die Kirche hat aber mit List und Betrug ihre Macht und Autorität
missbraucht. Rohn wurde knallhart abgestraft für sein Vertrauen. Ich wäre der erste, der es zugeben
würde, wenn beide Parteien Schuld hätten, aber in diesem Fall ist es nicht so. (…)*)“
Nach Jahren des Streits quillt der Schrank über mit Ordnern voller Anmahnungen, bösen Briefen, Gerichtsurteilen
und einem dicken Untersuchungsbericht auf Betrug. Vorige Woche kam nun ein neues Stück hinzu:
Der Richter erklärte Rohns Privatinsolvenz auf Antrag der Kirche. „Ihre Anwälte haben einen Vollzeitjob um
mir das Leben schwer zu machen“, sagt Rohn. „Sie wollen mich ruinieren“ – „Nein, es ist vielmehr so“, hält
Vis dagegen, „er hat 500.000 geliehen und das muss einfach zurückbezahlt werden.“
Anwalt Richter hat noch Hoffnung. „Rohn hat in dieser Angelegenheit insgesamt um die 16 Millionen Euro
Schaden erlitten. Ob wir alles zurückbekommen vermag ich nicht zu sagen, aber sicherlich die Hälfte.“
Die Kirche von P & C
Die Neuapostolische Kirche hat in den Niederlanden 10.000 registrierte Mitglieder und weltweit um die 10
Millionen. Kirchen existieren unter anderem in Leiderdorp, Alkmaar, Den Helder, Haarlem, Heemskerk, Hoorn,
Hilversum und Zaandam. Die Apostolischen kamen im 19. Jahrhundert nach den Niederlanden. Das Warenhaus
Peek & Cloppenburg, durch Gläubige der Gemeinschaft gegründet, half bei der Verbreitung, des
apostolischen Glaubens.
*) Leider weiß ich nicht, wie ich in diesem Fall „De honden lusten van deze zaak geen brood.“ übersetzen
soll. Wörtlich: "Die Hunde begehren in dieser Sache kein Brot." (MK)
+++ [13. Juni - 2015 10:33]
Das Nordhollandse Dagblad berichtet heute auf drei Seiten groß über den Fall Rohn. Es ist eine der großen
Tageszeitungen, u.a. auch I’m Raum Amsterdam.
+++ [11. Juni – 2015 12:38] Verleumdung
Endlich interessiert sich auch die niederländische Presse für den "Fall Rohn". Heute auf der Titelseite des

"Leidsch Dagblad", eine Regionalzeitung für den Raum Leiden/NL mit der Überschrift "Fürsorgezentrum in6
Gefahr durch Glaubensgemeinschaft" oder mehr deutsch: "Glaubensgemeinschaft bedroht Fürsorgezentrum"
Darin wird angeführt, dass die niederländische Kirchenleitung Rohn des Betrugs beschuldigt.
Der Text in einer Übersetzung von Michael Koch:
"Leiden. Das luxuriöse Wohn- und Fürsorgezentrum Residenz Hooghe Rhyndyk wird durch einen großen Konflikt
in kirchlichen Kreisen bedrängt. Ein Gericht hat Ronald Rohn, über eines seiner Unternehmen Eigner des
Wohnraums für wohlhabende Senioren, vorige Woche auf Veranlassung der Neuapostolischen Kirche in den
Niederlanden für insolvent erklärt. Rohn hat mit der Kirchenleitung einen anhaltenden Konflikt bei dem es um
einen Millionenbetrag geht. Rohn sagt, dass er 16 Millionen Euro Schaden erlitten hat und, dass die Kirche
angekündigt habe ihn gesellschaftlich fertig zu machen. „Die Kirche will in keiner Weise zu einem Vergleich
kommen“, sagt er. Auch auf seinen Privatbesitz wurden Beschlagnahmungen gelegt. Die Kirche bezeichnet
Rohn als Betrüger, der sich auf Kosten der Kirche bereichert und 500.000 Euro an geliehenem Geld nicht zurück
bezahlt habe. Rohn zufolge ist der Bestand der Residenz nicht gefährdet, solange alle Ruhe bewahren.
Heute haben das Personal und die Bewohner einen Brief mit Erläuterungen zur Sachlage erhalten. Die Residenz
Hooghe Rhyndyk wurde 2007 für wohlhabende Senioren eröffnet.(...) "
+++ [5. Juni – 2015 10:05] Verleumdung
Offenbar läuft in den niederländischen Gemeinden eine Verleumdungskampagne gegen Rohn. Seine Schwiegermutter
wurde in ihrer Heimatgemeinde plötzlich von einem Priester angegangen, ihr Schwiegersohn sei
ein Betrüger und schade der Kirche.
(Auch glaubenskultur erwartet eine Verleumdungskampagne. Es wäre die einzige Waffe gegen die publizierten
Fakten.)7
Für Rohn sind unterdessen schwierige Zeiten angebrochen. Sein Insolvenzverwalter hat ihm gesagt, so etwas
hätte er noch nie erlebt.
+++ [2. Juni - 2015 11:40] Insolvenzantrag mit Trickserei untermauert
Das Amtsgericht in Zuthpen hat heute gegen 10:35 Rohn für insolvent erklärt. Dabei verwendete die Kirche
einen perfiden Trick um ihren Antrag zu bekräftigen: Sie nutzte ihre hierarchische Struktur um dem Unternehmer
eine Falle zu stellen. Dazu muss man wissen: Die strittige Forderung der Kirche besteht rechtlich gesehen
nicht gegenüber der NAK Niederlande sondern gegenüber deren Immobilienunternehmen NVO. Zwar
ist Bezirksapostel Rainer Storck Präsident der NAK NL, Geschäftsführer des Unternehmens NVO ist aber der
niederländische Bischof Ruud Vis.
Nachdem die Kirche den Antrag auf Privatinsolvent gestellt hatte, lud sie Rohn zu einem Gespräch nach Amersfoort
– vorgeblich um nach einer außergerichtlichen Lösung zu suchen. Für neuapostolische Augen
schien das Gespräch durchaus kompetent und hochkarätig besetzt: Bezirksapostel Rainer Storck hatte eigens
sein Kommen angesagt. Jeder, der die Strukturen der Neuapostolischen Kirche kennt, weiß um faktisch bestehende
Weisungskompetenz Storcks gegenüber seinem Bischof Vis.
Am Freitag, den 29. Mai 2015 um 11 Uhr in Amersfoort verliefen die ersten Minuten der Begegnung in der
Kirchenverwaltung äußerst emotional und angespannt ob der unangekündigten Anwesenheit des gk-Redakteurs.
Das Gespräch kam schließlich doch zustande. Allerdings wunderte sich die Partei Rohn – der Unternehmer
selbst sowie seine beiden Anwälte – darüber, dass Bischof Vis nicht anwesend war. Auch der eigentlich
erwartete Vertreter Vis‘, der Bezirksälteste Nico Klene, fehlte.
Was in diesem Moment als bloße Nebensächlichkeit wahrgenommen wurde, entpuppt sich jetzt als knallharte
Taktik: Die Kirche bzw. deren Anwalt behauptete in der heutigen Insolvenzverhandlung, laut Darstellung
Rohns gegenüber gk (Journalisten waren bei der Verhandlung nicht zugelassen), dass er niemals mit
dem eigentlich zuständigen Geschäftsführer Ruud Vis verhandelt und dies auch nicht versucht habe. Die am
Freitag stattgefundene Besprechung wurde als eine Art „Kaffeekränzchen“ dargestellt. Ein Gegenbeweis
konnte spontan nicht erbracht werden.
Dieser Umstand wertete das Gericht offenbar als so schwerwiegend, dass es Rohn privat für insolvent erklärte.
Durch diesen Trick bedurfte es keine zweite unbezahlte Rechnung (wie im letzten Artikel dargestellt).
So erklärt sich auch die emotionale Reaktion gegenüber dem gk-Redakteur: Die Kirche hatte ihre Taktik wohl
sorgsam geplant, allerdings nicht damit gerechnet, dass ein unabhängiger Zeuge mitbekommen würde wie
das Treffen vergangenen Freitag konkret verlaufen wird und in welcher Besetzung.
+++ [2. Juni - 2015 8:40] Vorgeschichte
Zuthpen/Arnhem/NL (gk). Schon seit Jahren kann man über das Agieren der Neuapostolischen Kirche in
den Niederlanden und des jeweils zuständigen Bezirksapostels nur den Kopf schütteln; mal mehr, mal weniger.
Seit die Kirche den Antrag auf Privatinsolvenz des Unternehmers Ronald Rohn gestellt hat, steigert sich
das Kopfschütteln jeden Tag und ist seit gestern ist jedem Beobachter schwinderlig:8
Schon am 25. November 2014 hatte Rohn an das von der Kirche bzw. ihres Anwaltes beauftragte Inkassounternehmen
angeboten, zur Rückzahlung seiner Schulden ein Haus zu verkaufen. Am 15. Januar 2015 reagierte
das Unternehmen – nach Rückfrage bei seinem Auftraggeber jedoch abschlägig.
Am vergangenen Freitag trafen sich die Parteien nochmals um 11 Uhr in der niederländischen Kirchenverwaltung
in Amersfoort. Anwesend waren Bezirksapostel Rainer Storck, Apostel Peter Klene, der Anwalt der
Kirche, sowie Rohn und zwei seiner Anwälte. Auch gk-Redakteur Michael Koch war vor Ort. Doch auch in diesem
Gespräch wurden seitens der Kirche alle Vorschläge Rohns und seiner Anwälte abgelehnt, sodass der
Eindruck entstand, die Kirche lege es unbedingt auf die Privatinsolvenz an.
Noch kurz vor der für heute angesetzten Verhandlung am Gericht in Arnhem, am gestrigen Montag, hat
Rohn zusammen mit seinen Anwälten ein neues Angebot zu einer Ratenzahlung auf den Tisch gelegt, doch
Bezirksapostel Storck reagierte abweisend. In einer E-Mail von gestern, 16:43 Uhr teilt er mit, dass er schon
bei dem Gespräch am Freitag deutlich gemacht habe, dass der Antrag auf Privatinsolvenz bestehen bleibt.
Weiter: „In unserem Telefongespräch vom 30. Mai 2015 habe ich Ihnen erneut mitgeteilt, dass der Antrag
auf Privatinsolvenz für den 2. Juni 2015 bestehen bleibt.“
Um 10 Uhr findet heute eine Verhandlung über den Privatinsolvenzantrag am Gericht in Zuthpen statt.
Erstaunlich ist, dass es Storck offenbar um jeden Preis mehr um die Insolvenz geht als um das Geld, das Rohn
der Kirche schuldet. Denn im Fall einer Privatinsolvenz wird er deutlich weniger erhalten, als die inzwischen
fälligen 500.000 Euro.

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