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zondag 31 augustus 2014

Offener Brief ann Stamapostel Wilhelm Leber von Olaf Wieland (Teil 1)

Beate Klarsfeld en Olaf Wieland

Stammapostel
Dr. Wilhelm Leber
Mitteilung über das Ruhen meiner Mitgliedschaft in der Neuapostolischen Kirche ( NAK )

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Lieber Stammapostel Leber,
ich möchte Sie darüber informieren, dass ich meine Mitgliedschaft in der Neuapostolischen Kirche aus Gewissensgründen mit sofortiger Wirkung ruhen lassen möchte.
Vor meiner Begründung dieser Entscheidung zitiere ich Worte von Claus Graf Schenk von Stauffenberg, die er zu seinem Bruder Berthold sagte:
„Es ist Zeit, daß jetzt etwas getan wird. Derjenige allerdings, der etwas zu tun wagt, muß sich bewußt sein, daß er wohl als Verräter in die deutsche Geschichte eingehen wird. Unterläßt er jedoch die Tat, dann wäre er ein Verräter vor seinem Gewissen. Das Furchtbarste ist, zu wissen, daß es nicht gelingen kann und daß man es dennoch für unser Land und unsere Kinder tun muß“.(1)

Begründung meiner Entscheidung:
1. Als Beschäftigter bei der Gewerkschaft Hamburg und dem Einsatz für deren Ziele wie beispielsweise „Förderung und Unterstützung der gewerkschaftlichen Jugendarbeit und der politischen Bildung sowie der Jugendbildungsarbeit , Auseinandersetzung mit und Bekämpfung von faschistischen, militaristischen und rassistischen Einflüssen, Förderung und Verwirklichung der sozialen, gesellschaftlichen und betrieblichen Integration behinderter Menschen, Verwirklichung sozialer Gerechtigkeit und gleicher sozialer Chancen in Betrieb und Gesellschaft sowie des Rechts auf Arbeit und Bildung“(2) habe ich die Erfahrung gemacht, dass durch die Zusammenarbeit mit meinen Kollegen auf der Basis tiefer Mitmenschlichkeit , Toleranz und Solidarität meine Persönlichkeit erstarken konnte. Ich werde in meiner Kritik und in meinen Aktivitäten allseitig unterstützt und gefördert.

2. In der Neuapostolischen Kirche wird mein Engagement u.a. in der Kirchenforschung weder unterstützt noch gefördert. Ein Antrag auf Förderung meiner zusammenfassenden Forschungsarbeit zur Thematik „Neuapostolische Kirche in der DDR“ wurde von Ihnen abgelehnt, obwohl zwei wissenschaftliche Forschungsarbeiten in den Jahrbüchern für Freikirchenforschung 2007 und 2009 schon veröffentlicht wurden (3) und damit die Gründlichkeit und Seriosität meiner Forschung belegt ist.

3. Eine Stellungnahme zur „historisch belegbaren Kollaboration der NAK mit dem menschenverachtenden NS-Regime“(4) ist trotz Ihres Versprechens auf dem Informationsabend am 04.12.2007 in Zürich bisher nicht erfolgt. In Anbetracht der Tatsache, dass sich die NAK „zum Werkzeug und Helfer nationalsozialistischer Propaganda gemacht und sich insoweit von den christlichen Grundwerten – die zeitlos sind – entfernt hatte“(5) , ist ihr Verhalten gegenüber den Opfern beschämend. Kontrast zu Ihrer Haltung ist „der Bertini-Preis – eine eindrucksvolle Widerlegung aller Schlussstrich-Apostel und Verdrängungs-Apologeten.“(6)
Als Vater meiner schwerbehinderten Tochter Lydia, welche aufgrund ihrer erblichen Erkrankung mit aller Wahrscheinlichkeit dem Euthanasieverbrechen der Nationalsozialisten zum Opfer in der damaligen Zeit gefallen wäre(7) und Enkel eines Großvaters, welcher als Held in der Zeit des Nationalsozialismus jüdischen Bürgern Unterkunft vor Verfolgung gewährte, halte ich meine Kritik an Sie berechtigt, obwohl ich dieser Erlebnisgeneration nicht angehörte.

Ich bewundere das Engagement von Frau Beate Klarsfeld,(8) welche ich am 17. März 2012 persönlich in Berlin treffen konnte.

4. Intoleranz und Gewalt wird von Ihnen geduldet und toleriert. Auf verschiedene Anfragen zum Vorfall im Saarbrücken am 03.06.2012 vor dem Kongresszentrum Saarbrücken hüllen Sie sich in Schweigen. Sie nehmen Vorfälle dieser Art nicht ernst.(9)

5. Von meiner neuapostolischen Primärfamilie werde ich wegen meiner kritischen Haltung zur Neuapostolischen Kirche mit Gemeinschaftsentzug (10) bestraft, d. h. dass ein völliger Kontaktabbruch zu meiner Person und auch zu meiner schwerbehinderten Tochter erfolgt. Ein von mir in diesem Zusammenhang anberaumtes Gespräch am 03.04.2012 mit dem Bezirksapostel Rüdiger Krause, dem Bischof Dirk Schulz, meinem Hauspriester Jörg Schwarz und zwei Vertretern des Vereins „LINDD“ wurde durchgeführt. Man steht dem Problem hilflos gegenüber. Das sind eindeutig Sektenstrukturen.

Das Ruhen meiner Mitgliedschaft in der Neuapostolischen Kirche wird beendet, wenn die versprochenen öffentlichen Stellungnahmen zur Rolle der NAK in der NS-Zeit und in den 40 Jahren DDR durch die neuapostolische Kirchenleitung erfolgen. Das herzliche Verhältnis zu den Geschwistern und den mir bekannten Amtsträgern bleibt davon ungetrübt.

Ich bitte um Ihre Bestätigung meiner Mitteilung und Information über den Zeitpunkt der Veröffentlichung Ihrer versprochenen Stellungnahmen.

Mit herzlichen Grüßen

Olaf Wieland
Gesprächskreis „Toleranz im Glauben“ Hamburg


(1) Lothar Obst, …wählte Ungnade, wo Gehorsam keine Ehre brachte, DER DEUTSCHE WIDERSTAND IM SPANNUNGSVERHÄLTNIS ZWISCHEN VERANTWORTUNGSETHIK UND GESINNUNGSETHIK, Vortrag vor der Lauenburgischen Akademie für Wissenschaft und Kultur, Dienstag, 19. Juli 1994

(2) SATZUNG, Ausgabe März 2012, ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Bundesverwaltung, Paula – Thiede – Ufer 10, 10179 Berlin, zuletzt geändert durch den 3. Ordentlichen Bundeskongress 2011, 17. – 24. September 2011 in Leipzig und durch Beschluss des Gewerkschaftsrates vom 14. März 2012

(3) http://www.freikirchenforschung.de/resou.../ausgabe016.pdf
http://www.freikirchenforschung.de/resou.../ausgabe018.pdf

(4)Dr. Wolfgang Welsch, Schwierigkeiten mit der Wahrheit. Eine kurze Eschatologie der Neuapostolischen Kirche, Remscheid 2009, 163.

(5)Matthias Eberle, „Die Überlebensstrategie der NAK während der NS-Zeit“ ( Forschungsbericht ), Arbeitstagung des Vereins für Freikirchenforschung im Bildungszentrum Elstal vom 6.-8. Oktober 2011, Tagungsthema: „Freikirchen in der Zeit des Nationalsozialismus“.

(6)http://www.bertini-preis.de/index.php/

(7) Ebbinghaus, Angelika / Kaupen-Haas, Heidrun / Roth, Karl-Heinz ( Hrsg.), Heilen und Vernichten im Mustergau Hamburg. Bevölkerungs- und Gesundheitspolitik im Dritten Reich, Konkret Literatur Verlag, 1984.

(8) S. Foto

(9) Mein Brief vom 02. Juli 2012 an den Bezirksapostel Koberstein, nachrichtlich an Stammapostel Wilhelm Leber, „Trost als Zeichen der Liebe, weil er aus der Liebe heraus geboren wird“

(10)http://de.wikipedia.org/wiki/Exkommunikation

1 opmerking:

  1. Olaf is een luis in de pels van Leber.
    Leber zal nooit toegeven dat zijn opa en schoonvader nazi's waren.
    Daarom wordt zijn opvolger een Fransman die hoef dan geen verantwoording meer af te leggen, dat denken ze althans.

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